huslige is watching you

huslige goes real life

Eigentlich ist dieser Blog eine sympatische Mumie - aber ein kleines Lebenszeichen muss doch her, nachdem die Huslige selber einem solchen volkommen unerwartet und ohne eigene Kontrolle in die Arme lief.

Stellt euch mein Erstaunen vor: da geh zum Biotopia in der Wrangelstraße, um mir ein Veggie-Mahl einzukaufen. Neuerdings verkauft Biotopia Mittagssuppen, das ist schön. Lustig nur, dass mir die Suppe auf dem Plakat sehr heimelig bekannt (um nicht zu sagen huselig) vorkommt.

Suppe1

Lieber Biotopia, arbeitet ihr die Mittagssuppe denn auch nach husligem Rezept? Würde mich freuen! Danke für die Wiedergutmachungs-Schokolade (Nicht zu verwechseln mit Wiedergutmachungsschnitzel, das ist von jiskefet)

Und um der husligen Tradition treu zu bleiben und das eben aufgemachte Holland-Fass nicht wieder zu schließen (und um meinen Lieblings halb-Holländer zu ehren) verrat ich Euch auch, was mit den Veggie Bratlingen und den Möhren passiert ist, die ich bei Euch gekauft habe; ein Foto hab ich nicht dazu, aber das ganze ist genauso appetitlich orange wie die bewusste Suppe:

husliges Veggie Hutsput: (für 2-3 Esser)

Man nehme 5 möglichst mehlig-kochende Kartoffel(n); Butter, Milch, Muskatnuss gerieben.

1 Zwiebel; 500 g gelbe Rüben (=Möhren); 1 Esslöffel gutes Curry / Currypaste, etw. Salz, Zucker, Zitronensaft und bissl Sesam, evtl Zitronenthymian als i-Tüpferl

Gute Veggie-Bratlinge, etw. Pflanzenöl, 1 Scheibe Käse pro Bratling

Kartoffeln schälen, halbieren und in Salzwasser etwa 15-20 Minuten weich kochen; Wasser abgießen; mit Butter und etwas Milch zerstampfen (Huslige mags da eher weniger matschig, so dass man die Kartoffel als Grundbestandteil noch erkennen kann...). Man würze mit Salz und Muskat.

Während die Kartoffel kochen, schäle und rasple man die Gelberübn, die Zwiebel wird gehackt. Beides miteinand anbraten, mit Curry, Salz, Zucker, Zitrone und Sesamkörnchen verfeinern, am Ende ggf. mit frischem Zitronenthymian abschmecken.

Bratlinge braten (what else) und mit je einer Scheibe Käs überbacken. Auf warmen Tellern alle Bestandteile des Menüs miteinader anrichten, das Mischen von Gelberübngemüs und Kartoffelbrei darf bei derHusligen der Kreativität jedes einzelnen Essers überlassen bleiben.

Wohl bekomms!

Huslige wünscht frohe Weihnachten, guatn Rutsch und sagt: Pfiagott

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Während sich Berlin langsam - gaaaanz langsam - Richtung Weihnachten von Zugroastn lehrt und nach und nach gemütlich wird, das vernünftige Weihnachtswetter auf sich warten lässt, sich Morrissey die Ehre gibt und auf BBC endlich eine neue Staffel Extras läuft (hier mit Bowie - Hurra!) zieht sich Huslige mehr und mehr aus dem Bloggertum zurück. Die das hier lesen mögen das schon festgestellt haben. So ist das eben mit den Netz-Existenzen. Bunt, schillernd und berauschend, später eventuell etwas klebrig und kopfschmerzenverursachend - auf jeden Fall aber: Kurzlebig.

Drum zum Abschied: Eine Feurzangenbowle.

4 Bioorangen auspressen und mit einigen Streifen Schale - bitte ohne das Weiße - und 2 Flaschen herbem, guten Rotwein in einen Topf geben; 1 Zimtstange, einige Nelken und ein paar Stückchen frischer Ingwer kommen mit hinein, dann das Ganze heiß machen, (nicht kochen). Bei der Husligen wurde diese Grund-Bowle kürzlich mit starkem Schwarztee verdünnt, was ihr guttat, weil sie dann am Ende nicht so klebte - so als Tipp für die weniger Süßen unter Euch.
Den Topf auf eine Wärmeplatte oder ein Stöfchen stellen, eine Feuerzange (für ca 7 Eur vom Einzelhändler ihres Vertrauens zu erstehen) über den Topf einen Zuckerkegel in die Feuerzange legen. Mit
54 %igem Rum (nicht mehr und nicht weniger) beträuflen, bis der ganze Kegel feucht (rrrrrh!) ist (...nicht zu viel sonst zerbröselt er...). Dafür stellt man sich am besten eine Tasse voll Rum und einen Eßlöffel bereit.
Während des Tränkens geduldig ein Feuerzeug an den Kegel halten; irgendwann beginnt er wunderhübsch blau zu brennen; dann fix jemanden das Licht ausschalten lassen, einen anderen zum fotographieren abkommandieren und einen dritten fleißig Rum ins Feuer gießen lassen, auf das der Spass nicht vorzeitig erlischt....

Viel Freud` damit. (Macht nämlich ordentlich sentimental und redselig)
Hebts ein Tässschen aufs Wohl der Husligen die sich bis auf Unbestimmtes zurückzieht. Vielleicht in den Park nach Potsdam; denn dort ists schön, märchenhaft und still. . .

schloß

Huslige Gumminbärenpersönlichkeit.

Ein Streit über die Wichtigkeit oder Belanglosigkeit des Mordes an Bruno dem Bären vor einem Hintergrund weltweiter Krisen, Kriege und Katastrophen darf befremden, da der Streit an sich mindestens ebenso belanglos wie der Bär.

Das Gummibären-Orakel, auf das Huslige eben über einen Parka-Lewis-Umweg stieß hingegen ist dermaßen jenseits allen Belangs, dass ich es Kunst nennen und hiermit weiterempfehlen möchte. Bitte beachten sie die befremdlich zutreffende, ja erschreckend prophetische Aussage die das Orakel tätigen konnte, nach dem Huslige lediglich 5 Bärlein angeklickt hatte:

"Zwei rote, zwei weisse, ein orangenes Bärchen
PREDIGT, SELBSTÜBERSCHÄTZUNG, KREATIVITÄT
Sagt Ihnen der Name Peter von Amiens etwas? Oder Bernhard von Clairvaux? Papst Urban II.? Das waren Leute, die genau die Farben schätzten, die Sie gerade gezogen haben. Blutrot und Blütenweiss. Diese Leute waren Meister der Predigt. Der flammenden Predigt. Der Brandrede. Diese Leute verstanden es, Menschen zum Krieg aufzupeitschen. Denn sie waren die Prediger der Kreuzzüge. Was hat das mit Ihnen zu tun? Nun, die beiden roten Bärchen zeigen: Sie haben die Power. Die Streitlust. Die Fähigkeit, andere zum Aufbruch zu bewegen, ja, sie sogar in Alarmstimmung zu versetzen. Sich selbst übrigens auch. Die beiden weissen Bärchen sagen: Sie haben überdies die Gewissheit, dass Sie im Recht sind. Dass Ihre Motive rein sind. Dass Sie berufen sind, andere geistig zu leiten. Diese Illusion, verbunden mit Ihrer kämpferischen Energie, sind eine aufreizende Kombination. Sie könnten glatt sowas wie ein Sektengründer werden. Man würde Ihnen glauben. Aber Sie selbst würden damit nicht glücklich sein. Sie hätten dabei immer eine untergründige Angst. Warum? Weil Sie Ihre fröhliche, unbeschwerte Seite unterdrücken müssten. Und genau die blüht jetzt auf. Sie besitzen nämlich noch etwas, was die Eiferer der Kreuzzüge nicht im geringsten besassen: Humor. Dafür steht das orangene Bärchen. Sie haben ein heiteres Herz. Eine verspielte Phantasie. Eine schöpferische Begabung. Und eben mit dieser Begabung werden Sie Ihre enormen Reserven an Energie und Visionen kreativ verwandeln. Ihr Potential ist grossartig. Jetzt, mit neuen Kontakten, mit spielerischem Ausprobieren, mit Reisen im Geist und in der Wirklichkeit, werden Sie es entwickeln. Ein ganz klein wenig bedauern wir das allerdings. Wir hätten Sie so gern mal predigen gehört.
Orakel vom Samstag, 5. August 2006, 13:58 Uhr"

Nun? gruselig oder? Welch genau zutreffende Einschätzung husliger Qualitäten! Aber wen wunderts bei einem Orakel das aus Essen besteht. Zwar mag Huslige eigentlich keine Süßigkeiten, aber demnächst wird eine Tüte Gumibärli gekauft, keine Frage. Aber nochmal zurück zu ernsthaften Auseinandersetzungen mit der Weltpolitik. Huslige meinst: lassts die Streiterei bleiben, setzts euch schön zusammen und spielts mit bunten klebrigen (Bruno)Bärchen. Damit wäre schon mal ein ganz kleiner gelatiniger Grundstein zum friedlichen Miteinander gelegt...

Hier noch ein Soundtrack dazu, funktioniert natürlich nur für Leser in der husligen Altersklasse, die solche Musik unter Kindheitserinnerungen, und somit als zu den Goldbären passend verbuchen. Interessannter noch als das Erinnerungsschwelgen ist hier allerdings die Tasache das der Sänger von Seona Dancing, Ricky Gervais, heute die vermutlich besten Fernsehsendungen DER WELT! verantwortet. Auch eine Möglichkeit zum friedlichen Zeitvertreib.

Huslige feiert

Party

So. Zum Abschluß der extrem faulen Sommertage gab es im Maison Huslige ein Festmahl mit Freunden und allerlei zu essen. (Ehrensache). Neben Fleischpflanzerln a la Wrangelkiez erfreuten Spinatknödeln mit Butter und Parmesan, Tabule, stark schafiger Salat, Obazda mit Brezen sowie Mousse au Chocolat ohne Salmonellen und eine Mascarpone-Limettencrème Herzen und Bäuche der Feiernden. Die Party tobte (vor allem auf der Tischdecke) einige Stunden wahrlich unkontrolliert. Aufgrund großer Hitze, dumpfiger Feuchtigkeit, mannigfachen Freßnarkosen und einem ordentlich starken Pisco sour als Aperitif setzte sich allerdings bald die Müdigkeit durch und ein Großteil der Gäste wankte noch vor 2 nach Haus.

Für alle Leser die zumindest ganz im kleinen einen solche angenehm-faulen Rausch nachvollziehen möchten hier das verbriefte

Pisco Sour Rezept

(direkt und höchstselbst von Husliger aus Chile importiert und dort des öfteren in diversen Hängematten genossen):
Für ca 12 Personen zum Starten des Abends (dabei für jeden 1-2 Nachschläge gerechnet) benötigt man:
6 Zitronen, auspressen, Kerne entfernen. In den Zitronensaft 1 Eiweiß geben und verrühren, mit Puderzucker vorsichtig süßen, bis die Mischung angenehm süß-säuerlich schmeckt. In eine große verschließbare Flasche füllen und mit etwa 0,5 Liter bis 3/4 Liter gutem Pisco auffüllen (Huslige empfiehlt: Alto del Carmen - Especial 35 % oder Pisco Capel Reservado ''Moai'' 40 % - s.o. Bild), einmal ordentlich schütteln und im Kühlschrank lagern, bis das ganze wirklich kalt ist.

Auf Eiswürfeln in kleinen Gläsern zu servieren. Wer ganz perfekt sein möchte, kann die Gläser mit einem Salz-Zitronen-Rand verzieren. Wohl bekomms. Und: vorsicht.... der Erste verleiht Flügel, der Zweite macht gesprächig, und mit dem Dritten ist der Abend gelaufen.

Oh là là in der Gluthitzn

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Wenn es schon solch südliche Temperaturen aufweist, darf man auch gerne südlich geniessen. Huslige ist sowieso der Meinung, dass die innere Klimaanlage recht ordentlich Energie verbraucht und man daher das gebührende Essen nicht vergessen sollte; sie empfiehlt daher ein französisches Frühstück im morgendlichen Schatten, ganz in der ruhigsten Ecke der Görlitzer Straße in Barcellos - Salon Sucré, wo ein höchst charmanter Monsieur L'Artisan exquisite handgemachte und noch dazu echt französische Patisserie anbietet und im kühlen Nebenzimmer kunstvolle Frisuren erstellt werden. (vgl. hier)

Huslige selbst ist mit ihrer Frisur durchaus zufrieden und hält sich daher eher an die Süßigkeiten. Und was für welche!
Pain au Chocolat in zartblätternden Schichten mit tiefdunkler Schoko innen, zartschmelzende Tartelettes au Passionsfrucht (weiß jetzt nicht mehr was das auf Französisch heißt), und selbstverständlich sündhaft großartige Eclaires. Huslige wird NIE WIEDER in den Urlaub fahren sondern NUR NOCH in Kreuzberg umherwandern und genießen. Jawoll. Fühle mich, nach Schoko-und Koffeinschock, wohlig im Ventilatorenwind auf meinem Bett im abgedunkelten Zimmer hindämmernd, glücklich wie das Kind mit dem Frankreichfähnchen, das vor nun schon wieder 2 Wochen ich im WM-Fieber einfangen konnte.

eclairesBarcellos
Salon Sucré
Görlitzer Str 32a
10997 Berlin

Foto-Schwerpunkt Urlaub in Kreuzberg: Boheme-Band-Battle und Kiddy-Style

Heute fand in der Admiralstraße ein "Boheme Band Battle" statt. Das war lustig und die Musk hat haufenweise Spass gemacht. Hier ein paar Impressionen:
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RICHOUT nahmen das Thema (Puccinis Oper) durchaus ernst und arbeiteten mit überzeugendem Schauspiel und einer noch überzeugenderen Melodicaeinlage ... Dafür erhielten sie einen mehr als verdienten 2. Platz im Battle.

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MERAL5 waren zwar in der Endausscheidung nicht mehr vertreten, erfreuten Huslige aber sehr mit ihrer ausdrucksstarken Bühnenshow

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Unbestrittene Publikumslieblinge und einer von 2 ersten Siegern: 4XSample, die dermaßen energetisch beatboxten, dass ein unverwackeltes Foto nicht herzustellen war.

Soviel heute zum eher ungeplanten Urlaub-in-Kreuzberg Schwerpunkt der letzten Tage - Noch ein Grund, gerne in Kreuzberg zu leben ist übrigens, dass es hier die stylischsten Kinder gibt. Nein so was niedliches... da tickt die biologische Uhr doch gleich eine Nummer schneller und Huslige überlegt sich ihre Pädo-phobie nochmal. Und ob sie nicht den Frisör/Stylisten wechseln sollte überlegt sie auch. Vielleicht hat ja eine der Muttis mal Zeit?

Kindmehr Kindnoch mehr kind

On dirait le sud...

le sud 2le sud 3le sud 1badeschiff

.. man könnte meinen 'der Süden', wenn man sich so um den Wrangelkiez herum aufhält dieser Tage! Das Leben in Kreuzberg hat grade einen ganz eigenen Charme. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in irgendeiner deutschen Stadt so ein mediterran-orientalisches Treiben auf den Straßen hat wie hier. Zwei der Fotos oben zeigen die Falkensteinstraße, wo man grade für umsonst - und ohne zum Getränkekauf genötigt zu werden - gemütlich und friedlich mit allen vorbeischlendernden Kiezbewohnern in fröhlicher Horde Fußball gucken kann - das auf ca 5 Bildschirmen und Leinwänden die recht durcheinander auf Höhe der bekannten Eisdiele aufgebaut wurden. Sehr lustig ist dabei, dass diese Bildschirme alle ein wenig zeitversetzt senden, was - vor allem den Ton betreffend - zu recht surrealen Ergebnissen führt. ..

Eine Pizza bei der Kleinen Liebe... (Wrangelstraße, vgl. Karte unter obigem Link) Und nacher noch auf einen Evening-Swim aufs Badeschiff (Arena Treptow). Ewiger Urlaub und ständiges Wohlleben...

Und weil man bei der Hitzen eigentlich nichts anderes essen kann, hier ein husliges Salatrezept, das mir vorhin gut geschmeckt hat... wussten sie übrigens das der Franzose sagt "Fatiguer le salade" (sofern ich das jetzt richtig geschrieben habe) - und damit meint, den Salat ordentlich mit einer guten Soße zu mischen? Schöner Ausspruch. Drum heißt das jetzt:

salat 1

"Salade bien fatigue"

Kirschtomaten, Gurke (ungeschält), Stangensellerie, Radieserl und (eher wenig) Blatt-Salat waschen und kleinschneiden. Türkischen weißen Käse zu kleinen Krümeln schneiden. In der Salatschüssel eine feingeschnittene Frühlingszwiebel, 1 Teel Dijon-Senf, etwas guten Weinessig, Wasser, einen Spritzer Zitrone, Salz, klein geschnittene Oliven, frische Kräuter oder getrockenete (je nach Anwesenheit), 2 Eßlöffel Joghurt und einen Schuß Olivenöl zur Soße zusammenrühren. Die Salatzutaten hineingeben und gut durchmischen (fatiguer..) - Zum Schluß nochmal 15 Mintuen in den Kühlschrank mit der ganzen Chose. Sehr gut zu Toastbrot und Weißwein.

salat 2

Es Klumpt!

Heute gab es ein Schale Früchtereis zu essen. Was wunderbar zur schwülen Hitze und zum Sommergeruch passt, der von draussen reinstreift.

Früchtereis

Huslige macht die Augen zu und schmeckt die Kombination aus klein geschittenen Erdbeeren, Kirschen und Pfirsichen, eingebettet in Sahne und Milchreis. Eisgekühlt das Ganze. Duft, Konsistenz, Geschmackskomposition auf der Zunge, in der Nase, ziehen mich zurück in die immer kühle und etwas düstere Küche meiner Oma, in der an heißen Tagen eine ebensolche Schale mit Früchtereis auf mich zu warten pflegte; erinnere mich wie schon damals, durch die Jahr für Jahr wiederholte Handlung des Im-Stehen-Früchterreis-Verschlingens erst der Sommer sich zusammensetzt; wie ich gleichzeitig Sommer erlebte und mich an ihn erinnerte, so die Wirklichkeit noch echter wurde. Sich aufklumpt. Nackte Füße auf kühlem Boden, vor dem Fensterviereck strahlender Sonnenschein, Linden- und Asphalt-Geruch; eine kleine Schüssel Früchterreis, kalt aus dem Kühlschrank in der Linken, in der Rechten ein Desserlöffel aus Edelstahl, der unverwechselbare Geschmack im Mund, die Sonne in den Augenwinkeln, die beginnende Gänsehaut auf den nackten Armen und Beinen, wegen der Kühle in der Küche drinnen.... Die Gier, die einen nach solchen Augenblicken suchen lässt; Augenblicken, die die Realität verdoppeln, verdreifachen, bestätigen. Wenn sich die Zeit klumpt...

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Und die Kreuzberger giert es in den Görlizer Park, zum (klumpen) picknicken. Ich liebe diese quellenden Menschen- Grill - und Rauchmassen, die alle explizit Sommer und Urlaub feiern, die brüllenden Kinder außenrum (zum Glück ja nicht meine). Die Nähe zueinander, die hier ganz selbstverständlich ist. Nicht zum Selbstzweck gesucht, sondern einfach, weil die Leute hier im Viertel den Park als ihren privaten Garten betrachten und jeder jeweils die Mit-Nutzung seines Gartens durch die vielen Gäste um ihn herum zumeist freundlich duldet. Ein Loesje-Plakat (so eine Art analog-digital Life-Blogger) sagt "Weniger Integrieren, mehr Zusammenleben". Recht hat's.

So und jetzt das Rezept: (unbedingt ausprobieren... das ist sooo fein...) Husliger Früchtereis:
1 Topf Milchreis kochen (aus ca 1 Haferl Rundkornreis und 2 Haferln Vollmilch und 1 Prise Salz) Wichtig: das dauert lang, so ca 20 Minuten, und benötigt sorgfältig rührende Pflege. Also immer geduldig, am kühlen Vorabend mit einem Buch neben dem Herd zu Werke gehen, dann machts sogar Spass... Milchreis ganz kalt werden lassen, nach Geschmack zuckern. 1 Becher Schlagsahne steif schlagen (vielleicht mit einem Sahnesteif drinnen... (Wow. was für ein Wort)) und unter den Reis heben.

Viele viele verschiedene Früchte - Erdbeeren, Süßkischen, Pfirsiche, Johannisbeeren, manchmal auch Himbeeren sinds bei der Husligen daheim immer gewesen - putzen / entsteinen / klein schnippeln.

Reis und Früchte Schichtweise is eine Glasschüssel füllen und möglichst eine Nacht lang richtig ordentlich kalt stellen.

Huslige -wieder daheim - spekuliert chinesisches

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Neben gekrauster Stirne über Fußballfans und glückseligem Weiher-Sulen(s), neben Rollerfahrens wie in Teenie-Zeiten, neben Geburtstagstorte und seltsamen Schnitzeln in Augsburg, neben einem Konzert Besuch bei Phonoboy im HippieCommerzParadies Tollwood, neben seltsamen verwandtschaftlichen Begegnungen der polnischen wie der bayerischen Art... kurz: neben vielem Heimat- und Erinnerungsschwelgens brachten diese Tage im Süden auch längst vergessen geglaubte philosophisch-politische Überlegungen aus Kindertagen zurück ins huslige Gemüt.


schirmchen

Eine besonders hartnäckige solche Frage spannte sich in Form eines Cocktail-Schirmchens urplötzlich über den Eisbecher meines lieben Freundes DJ Edward (und es war ein warmer Sommerabend mit großartigem Riesenmond im Junihimmel...)
Hat jemand schon mal - sorgfältig - ein solches Schirmchen zerlegt? Falls ja, wird er oder sie wissen, dass sich in diesen hübschen seidenpapierenen Eisverzierungen geheime Botschaften verstecken. Löst man die Röllchen, über die das filigrane Schirmchen am Zahnstocher verankert ist, zartfühlend ab, befreit sie von Kleber und Farbe, kommen darunter winzige graue Papierrollen zum Vorschein, die, wickelt man sie zu schmalen Streifen auf - oh Wunder - ganz mit chinesischen Schriftzeichen bedeckt sind.

Zeigt sich hier eine ganz erstaunlich ästhetische Form des Altpapier-Recyclings? Oder teilen uns gefangene Dissidenten, die in düsteren Kerkerzellen Spaßprodukte für den westlichen Gebrauch zusammenbasteln müssen, ihre geheimen Hilferufe mit? Als Ignorant in der chinesischen Schriftkunde muss es für Huslige leider bei Spekulationen darüber bleiben. Vielleicht weiß jemand dort draussen mehr?

Die Idee allerdings, dass jährlich tausende pappiger Eisbecher in westlicher Sommerfrische von ungelesenen Hilferufen aus dem Riesenreich gekrönt werden, mag mir nicht mehr aus dem Schädel gehen. Und selbst das kurzzeitige Wiederaufblühen einer unwichtigen Zeitungsmeldung (wie: "Fahrrad zu verkaufen"... "Suche nette Masseurin" oder ähnliches) als buntes Schirmchen, in Eierlikör fußend, spricht mich an.... Wer weiß?

PS: Das nette Barbie-Bild mit den Rollern habe ich auf diesem schönen Blog gefunden.

One Million Drops ...

Vielleicht... Vielleicht kann ich - zumidest zeitweise - aufhören auf den Regen zu fluchen. Zum Beispiel, weil das bunte Karneval der Kulturen Treiben mich nicht sonderlich ärgern wird, nachdem Aufenthalt draussen nicht erwünscht und nicht erstrebt. (das K.d.K.-Plakat hätte übrigens auch noch ganz gut in den Lordi- und Andre Heller Artikel gepasst. Grenzwertig..)
Dann gibt die miese Wetterlage viel Gelegenheit zu absoluter Faulheit. Absolut im Sinne von: völlig bewegungslos, ohne Frischluft und in gebratenen Speck, Eier, Baked Beans und Toast-Düften schwelgend... oder mit flachgesessenem Popogefühl vor dem großartigen 60er Machwerk "1 Million Years BC" versackend (hübsch: Raquel Welsh flüchtet im Pelzbikini und mit ondulierter Stirnfransentolle vor einer 200-fach vergrößerten Eidechse, ergeht sich dabei in wüstesten Bluebox-Gesten...)

Rachel

Oder man liest ein bissl Augusten Burroghs, erkennt sich - halb amüsiert (Alltagsbeobachtungen, Spleens) - halb entsetzt (Trinkverhalten) wieder. Großartig: Magical Thinking, ein Kurzgeschichtenband. Zitat da draus: "he is the sweetest guy and he has absolutely no annoying attitude. On the other hand, he's difficult to work with because things like space distract him". ich kenne auch Menschen (Huslige leider eingeschlossen) die - zumindest manchmal - von so extravarganten Dingen wie der 3 oder gar 4-Dimensionalität des Alltagslebens überfordert werden können.

Aber trotzdem. Diese Form zu leben geht nur eine Woche, höchstens zwei gut, dann wirds der Husligen zu fad. Und zu kalt. gestern Nacht verbarachte Huslige aus purer Sturheit - starr und klamm gefroren - bis um halb vier im Club der Visionäre zu. Zähneklappernd. Das war vielleicht etwas doof, aber notwendig. Und sobald es irgendwie wieder hinhaut findet ihr mich ab 21.00 im Kiki Blofeld. Sommer nachholen.

Kiki Blofeld (früher auch mal Kiki Würfelt oder King Kameamea)
Köpenickerstr. 48/49
Kreuzberg

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