huslige kocht

perfect days, little sister! - Two Fish, Fastenbier und geschabte Kässpatzen zum Karfreitag...

Die letzten Tage durfte Huslige entspannte Stunden mit ihrer kleinen Schwester verbringen. Dies beinhaltete unter anderem einen Besuch der Inszenierung "IRRE" von Two Fish am HAU 3, - eine sehenswerte Vorstellung, die allerdings an "Kann man können wollen" - dem letzten Stück der Combo - nicht heranreicht; einen mediterranen Einkauf am Maybachufer, danach eine Pizza mit Meeresfrüchten, (selbstgemacht.... hmmm) und einen nächtlichen Absacker in der Möbel Olfe - Ein Klassiker, von dem man eben doch nie zu viel bekommen kann, obgleich das Zywiec-Bier (zumindest bei mir) - am nächsten Tag regelmäßig mörderische Kopfschmerzen verursacht.
Heute Abend gehts ins HAU 1, da sehen wir Geometronomics von Storm und Discipulos do Ritmo. Hierzu: Tanzinteressierte aufgepasst, vom 21. - 23. 4 findet im Haus der Kulturen der Welt der Tanzkongress statt, in dessen Rahmen die Theater der Stadt die Crème der internationalen Tanzszene eingeladen haben; Expertengespräche und massig Vorträge, Lectures und Workshops kann man tagsüber sehen / hören / besuchen; dazu muss man nur eine Tageskarte für den Kongress erwerben, die kostet 10 Euro.

Und weil perfekte Tage (und auch nur beobachtete körperliche Aktivität) Hunger machen, zudem aus wildem Blogger-Konkurrenz-Gehabe, schreibe ich euch hier das Rezept für Käääs-Spätzle auf, wie wir sie vorgestern genossen haben, da Schwesterlein genauso ein bayerischer Schwab ist wie die Huslige selbst. (folgendes Rezept ist berechnet für 4 Hungrige)
1 Pfund Weizenmehl mit
1 Teelöffel Salz, etw. Pfeffer und Muskat vermischen
7 Eier hineinhauen,
etwa 3 Esslöffel lauwarmes Wasser dazu
und mit einem Schneebesen und viel Ausdauer so lange (agressiv) verrühren bis der Teig eine zäh-leimige Konsistenz aufweißt und Blasen wirft. Die Mischung mindestens 20 Min. in Ruhe lassen;
Inzwischen einen großen Haufen Bergkäse (z.B. Appenzeller, Emmentaler, Greyzer gemischt) reiben (grob gerieben genügt); falls gewünscht einen Salat herrichten...

2 große Gemüsezwiebeln in feine Ringe schneiden.
In ordentlich Butter auf den Herd stellen, ganz wenig Puderzucker drauf streuen und ganz langsam braun schmoren lassen; am Schluß (dauert lange) leicht salzen.
Einen großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und auf Mittelhitze schalten so dass das Wasser immer am Sieden bleibt. Ofen auf 200 Grad vorheizen, eine riesige (oder zwei normale) feuerfeste Form(en) bereitstellen.
Jetzt braucht man ein nasses Holzbrett und ein Messer; auf das Brett gibt man einen großen Löffel Spätzle-Teig, legt es auf dem Topfrand ab, streicht den Teig mit dem Messer glatt und schiebt dann mit Hilfe des Messerrückens kleine Teigwürmer ins siedende Wasser; (die Konsistenz des Teigs ist richtig, wenn er zuerst am Messerrücken kleben bleibt und dann als langezogener Tropfen ins Wasser fällt). Sobald ein Löffel Teig fertig geschabt ist, holt man die an der Oberfläche schwimmenden Spätzle mit einem Schaumlöffel aus dem Topf und lagert sie in der feuerfesten Form, hin und wieder in Gesellschaft eines Stückchen Butter...
Ist der gesamte Teig in Spätzle verwandelt, vermischt man selbige in der Form mit dem geriebenen Käse und läßt sie etwa 20 Minuten im heißen Ofen emulgieren... (Inzwischen kann man den Wein - gern ein Gewürztraminer, ein Riesling oder sowas - dekantieren und den Salat anmachen)
Die Spätzle werden schließlich in tiefen Tellern gekrönt von braunen Zwiebeln serviert.
Wohl bekomms.

HURRA! HURRA! HURRA!

Essen, Trinken, glücklich sein. Eine kulinarische Bloglesung!!! Das ist aber eine schöne Idee.

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1. April 2006
19.30 Uhr
Café Babel, Käthe-Niederkirchner Str. 2, 10407 Berlin
mit Bov Bjerg, Cassandra, Don Alphonso, Frau Engl, Mequito, Don Dahlmann, Parka Lewis, Herr Paulsen, Frau Wortschnittchen und Madame Modeste.

Huslige philosophiert Chemisches

Chemie hat der Husligen immer viel Spass gemacht, vielleicht weil es so ans Kochen erinnert. Besoners reizvoll fand sie dabei immer die Edelgase (hier ganz rechts). Helium (nach griechisch "Sonne") wird weiß. Neon - "das Neue" - leuchtet nach Stromzugabe rot-orange; Argon, das "träge" Element, lässt sich aus flüssiger Luft destillieren und wird Blau-Violett. Krypton, "das Versteckte", glimmt grünlich; eins seiner Isotope wurde früher zu Bestimmung des Meters verwendet. Xenon, "das Fremde", kann violett strahlen, wird aber auch als besonders starkes Leuchtmittel für helles weißes Licht eingesetzt. Lustigerweise kann man Helium einatmen und dann wie Micky Maus reden; mit Xenon gehts umgekehrt, da kriegt man eine Baßstimme; ist aber nicht wirklich gesund...
120px-HeTube.jpg120px-NeTube.jpg120px-ArTube.jpg120px-KrTube.jpg120px-XeTube.jpg Schön sind sie jedenfalls, diese Edelgase und putzige Namen haben sie auch. Existieren bloß so vor sich hin. Machen nichts. Reagieren nicht. Bloß unter energetischer Fremd-Zugabe leuchten sie, selber völlig unangestrengt, in den nettesten Farben. Ist das nicht bewundernswert?

Huslige wird sich für den Rest der ekelhaft schneeigen Tage bemühen, selber recht edelgasig zu werden (naja. wenn's sein muss auch recht edel garstig).

...Produziert weniger edle Gase, ist aber winterlich ebenfalls gut geeignet (und man braucht keinerlei chemisches Diplom dafür)

Schwarze Suppe mit Rotwein:

Man brät in Olivenöl 1 Zwiebel etwas Knoblauch und viele getrocknete Kräuter an und gießt 2 Tassen heißes Wasser dazu, dann kommt 1 Tasse Beluga Linsen hinein. Während das ganze zu köcheln anfängt würfelt man Wurzelgemüse wie Sellerie und Gelbe Rüben klein und wirft sie mit dazu. (ein Löffel Kümmel mitgekocht hält übrigens die ärgsten Gase im Zaum). Wenn die Linsen so 10 min gekocht haben, bzw. die Flüssigkeit reduziert ist, kommt ordentlich Rotwein rein, eine in Würfel geschnittene Kartoffel, und Gewürze nach Geschmack; vielleicht noch was Scharfes hinterher (Peperoni-Paste o.ä.), bisschen Tomatenmark und noch eine gepresste Knoblachzehe, ganz wie beliebt. Wenn die Kartoffeln weich sind ists fertig. Bitte nicht mit dem Wein geizen und erst ganz zum Schluß salzen. Wohl bekomms.

huslige (=häusliche) Pflanzerlfreuden

In Berlin schneits ja noch nicht gar so arg wie in München; aber immer noch zuviel. Jeder (!) einzelne Bekannte der der Husligen heute begegnete machte ein wüstes Gesicht und beschwerte sich über den ewigen Schnee, als ob es huslige Verantwortung wäre, das Sauwetter. Drum macht man sichs heut am besten schön warm und häuslich in der Küche und führt sich ein paar Fleischpflanzerl mit Kartoffelbrei zu Gemüte, hier das verbrieft feine Huselrezept - mitgebracht aus Bayrisch Schwaben (dort heißt das übrigens Fleischküchle) - upgedated für den hausnahen Einkauf in Kreuzberg:

300-600 g (je nach Hunger) gemischtes Hackfleisch (Lamm / Rind), 1 große Zwiebel, 1 große Zehe Knoblauch, viele getrocknete Kräuter, 1 Teelöffel Cumin, 1 Piripiri (scharfe getrockenete Peperoni), 1 Prise Zimt. Dann eigentlich: eine alte Semmel (in Berlin geht auch eine alte Schrippe oder 2-3 Scheiben trockenes Toastbrot), 1 Ei, vielleicht etwas Semmelbrösel (Berlin: Paniermehl) Öl zum Braten; Fünf große mehlig kochende Kartoffel, etw. Milch, geriebene Muskatnuss, Salz und Pfeffer; etw. Butter.

Kartoffeln in Salzwasser aufsetzen. Altes Brot in lauwarmen Wasser einweichen. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und zusammen mit den Kräutern und dem Cumin und der zerdrückten Piripiri in Öl andünsten; mit dem Hackfleisch in eine große Schüssel geben; salzen und pfeffern. Das Brot gut ausdrücken, zum Fleisch geben, dann noch das Ei hinein; 1 Prise Zimt dazu. All das zu einem Pflanzerl-Teig verkneten (Achtung: Baz); wenn der Teig zu sehr an den Fingern klebt und nicht geschmeidig werden will evtl. ein wenig Semmelbrösel dazutun. Eine Weile stehen lassen! - Unterdessen die Kartoffeln (sofern fertig) aus dem Wasser holen, kalt abbrausen und schälen - Ofen leicht anheizen, Teller mit Küchenkrepp drin warmstellen.
Ordentlich Fett (huslig: Pflanzenöl mit ein bissl Butter vermischt. - Butterschmalz ginge auch) in einer großen Pfanne heiß werden lassen; mit feuchten Fingern Fleischpflanzerl (oder -Küchle) aus dem Pflanzerlteig formen - das heißt: etwa Golfball-große Kugeln ein bißchen flachdrücken). Nach und nach knusprig braun butzeln und im warmen Ofenrohr auf Küchenkrepp zwischenlagern.

Zwischendurch die Kartoffeln in einen großen Topf geben und zerdrücken (bestenfalls mit einem Stampfer, zur Not gehts auch mit einer abgewaschen Weinflasche), etw. Milch zugeben bis die gewünschte Konsitenz da ist; mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Ganz am Ende ein Stück Butter im Brei zerlaufen lassen...

Kartoffelbreilama groß2kartoffelbreilama groß

Wenn die Pflanzerl fertig sind und der Brei ebenfalls, auf jeden Fall gleich loslegen mit essen, diese Sachen warten nicht gerne. Ein Bier passt hervorragend dazu. Ein leicht gekühlter Rotwein aber auch. All das macht satt müde und wohlig; in glückselige Kindertage versetzt formt man am Ende aus den Kartoffelbreiresten kleine Skulpturen.... Man muss sich ja was gönnen wenns am nächsten Tag wieder in den Schneematsch rausgeht. Wohl bekomms.

Huslige schwäbelt und kocht

Woche ists und Arbeit auch; und weil die huslige Arbeit sehr viel Menschen sehen, Menschen verstehen und Menschen ertragen bedeutet, bleibt Huslige heute abend zuhause. Und gestern auch. Von der letzten Party ist noch ein Weinschlauch über mit hervorragendem Corbier drin. Und so brät man sich ein blutend Tier in guter deutscher Butter, lehnt sich zurück, und schwelgt in den Absurditäten des vergangenen Tags. Auch heute sind der Husligen neue Küchenschwaben begegnet. Lustig das mit den vielen Schwaben in der Berliner Gastronomie; warum ist das so? Weil die Schwaben so gern futtern? So gut kochen können? Oder einfach einen Sinn fürs Geschäftliche (schaffe schaffe Häusle baue) mit Gemütlichkeit und Lebensart aus dem Ländle verbinden?
Gucket z.B. hier (die ersten 3 sind der Husligen persönlichst bekannt): Schwäbischer Küchenchef und Kunst; oder da: Schwaben-Buben, Theater und Nudelgerichte. Oder da: Spätzle und Kiez (bzw. Kaffe, Kuchen, UBahnblick - die Macher vom Cafe-KLassiker St Remo Upflamör bewirtschaften ja inzwischen ganz Kreuzberg).... usw. usw. usw.

Huslige selbst will sich ihr Wohlergehen ja durchaus erkämpfen und hat sich daher vorgestern abend ins Schwimmbad geschwungen - das am Spreewaldplatz, das von außen so tut als wäre es Karibik und sich von innen so anfühlt wie Warnemünde im April (brr). Zum Glück hat das Bad um 20.00 Uhr geschlossen und Huslige in konnte trauter WG Improvisation kochen . Dabei kam etwas dermaßen gutes raus, das der Artikel heut mit einem Rezept statt hochtrabender Stadtteil-Betrachtungen schließt: man nehme: 3 Tassen Mehl, 1/2 Würfel Hefe, 4 El Quark, 4 El Olivenöl, 1 Tl Salz - alles schön lauwarm - und mache draus einen Hefeteig. Der muss 30 min oder länger im warmen Ofenrohr warten, während man: 2 Eier, 1 Becher Creme fraiche, Salz, Pfeffer und Muskat zusammenquirlt und nebenher noch 1 Zwiebel, 2 Zehen Knoblauch und einen Bund Blattspinat zerkleinert in der Pfanne anbrät. All das - den Teig, die Eier-Creme-fraiche und den Spinat-Knoblauch Belag - baut man am Ende zu einer Quiche bzw. Pizza zusammen. Man backe das Ergebnis bei 180 ° auf Mittelschiene bis es fertig ist. Ein Kääääs, am Schluß zum überbacken drauf, schadet auch nichts. Dann darf der Corbiere fließen.

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