international unterwegs

huslige Reisen

Nachdem sich huslige Aktivitäten neuerdings nahezu gleichmäßig auf Berlin Kreuzberg, Reihnland-Pfalz, Hessen, Nordrhein- Westfahlen, Oberbayern UND bayerisch Schwaben verstreuen, ist dieses Blog (dieser?) sträflich vernachlässigt, einsam und traurig. Das ist schlimm. Das hängt selbstverständlich mit der ursprünglichen thematischen Grundidee, dieser kiezzentrierten, engstirnig verbiesterten und sehr sehr netten Regional-Manie zusammen (vgl. husliges about: huslige schreibt über gutes Leben in Berlin Kreuzberg - oder so). Das muss sich nun wohl ein wenig ändern. Der Regionalismus weicht einem Pan-Regionalismus, (oder gar Trans-Regionalismus??) man könnte schon behaupten, Huslige globalisiert sich, besucht das schöne Bayern, arbeitet in Rheinlandpfalz und Hessen, vergisst auch das gute alte Berlin nicht und liebt (in) Düsseldorf (kein Wunder, wenn es dort so liebenswürdig ist!).

Und da die Liebe durch den Magen geht, freut das selbstverständlich den Leser und Nachkocher. Ein feines Essen, was (naja - lassmer grad noch durchgehn -) zur Jahreszeit passt und sowohl den Pfälzern, den Rheinländern, Hessen, den Schwaben, Franken als auch all ihren Freunden schmeckt, ist ein zümpftiger Zwiebelkuchen, drum macht der in diesem Ansinnen einen Anfang. Huslige genoss selbigen mit einem gebürtigen Rheinländer, der bayerisch-schwäbischen Mitbewohnerin und einem Gast (gebürtig) aus Baden-Württemberg (mittlerer Oberrhein). Begleitet hat uns dabei ein Müller Thurgau aus Franken, weil die Zeit des Federweißen schon rum ums Eck ist. Das hat aber gar nicht gestört. Nun denn:

Nehmt 375 g Mehl, 1/2 Würfel Hefe und 1 kleine Tasse warme Milch.
Macht eine Kuhle ins Mehl, bröckelt die Hefe rein und kippt die Milch drauf, rührt daraus ein Vorteiglein an und lasst es 10 min in Ruhe. Dann verarbeitet Mehl, Salz und das Vorteiglein mit 50-80 g Butterflocken, 1 Ei und ordentlich Salz zu einem mittel festen Hefeteig (Rührgerät und Knethaken helfen dabei), formt eine Kugel und lasst selbige 1/2 Stunde im Warmen gehen. (von meiner Oma habe ich gelernt, den Ofen auf 50° anzustellen, während ich das Rührgerät im Einsatz habe, und ihn dann wieder auszuschalten. Das ergibt ein 30-40°Grad warmes Brutklima, welches der Teig zu honorieren weiß.)

Während also der Teig brütet, wendet Euch Speck und Zwiebeln zu: Schält und hackt 80 g Speck und 1 Kilo Zwiebel- feine Streifen bzw. Scheiben sollen es werden. (Wie man das Weinen verhindern kann zeigen diese Herren vom Senioren-Kochen) Die dünstet ihr dann in reichlich Pflanzenöl und Butter, langsam, geduldig unter vielem Rühren und gebt am End einen dicken Esslöffel voll Kümmel dran (das verhindert Blähungen, also keine Ausrede)

Übrigens: für die Vegetarier hat Huslige auch ein Herz: geräucherter Tofu, fein gewürfelt und noch vor Zugabe der Zwiebel in viel Öl geröstet kann sogar den eingefleischtesten Carnivoren täuschen und als Speck durchgehen...
Bilder, die mich sehr ans huslige Kochen erinnern findet man hier - allerdings läßt sich das Rezept dort nicht so gut lesen. Richtig gut und auch im Hause Huslige ausprobiert ist die Idee, den Haufen Zwiebel im Wok zu braten, da ist genügend Platz dafür.
Aufbau des Kuchens (nicht vergessen, unterdessen das Rohr auf 200° hochzuheizen): Teig dünn ausrollen, auf Backpapier und Blech hinauffabrizieren und mit der Gabel anstupfen. In einer Tasse 4 dicke Esslöffel Sauerrahm und 2 Eier verquirlen, salzen, pfeffern und auf dem Teigboden verteilen. Darauf kommt dann der Zwiebel - Speck Belag.

Hinein damit in den Ofen - 30 Minuten muss man sich nun gedulden und den Wein vorkosten (mindestens 2 Flaschen kühl stellen also).

Die huslige Oma sagt übrigens: "Da Zwiebelkuchen schmeckt zum Wein wia zum Bier, da braucht ma sie net ziern"

Kommentare

Ein Frage nur zur Interpretation der husligen Kartographie: Wurde das schöne Augsburg liebevoll umkreist oder wurde etwa ein gar großer Bogen um die altehrwürdige Universitätsstadt gemacht?

Liebste Huslige, danke für deinen Blog, und für die husligen Rezepte! Es ist immer schön, von anderen südländischen Kreuzbergern zu lesen. Ich habe etwas gefunden, das dir vorzuenthalten unverzeihlich wäre: http://www.food-from-bavaria.de/ Großartig!

Grüße aus dem Gräfekiez,
h. ph.

tja. das ist wohl beides irgendwie der Fall....