Es Klumpt!

Heute gab es ein Schale Früchtereis zu essen. Was wunderbar zur schwülen Hitze und zum Sommergeruch passt, der von draussen reinstreift.

Früchtereis

Huslige macht die Augen zu und schmeckt die Kombination aus klein geschittenen Erdbeeren, Kirschen und Pfirsichen, eingebettet in Sahne und Milchreis. Eisgekühlt das Ganze. Duft, Konsistenz, Geschmackskomposition auf der Zunge, in der Nase, ziehen mich zurück in die immer kühle und etwas düstere Küche meiner Oma, in der an heißen Tagen eine ebensolche Schale mit Früchtereis auf mich zu warten pflegte; erinnere mich wie schon damals, durch die Jahr für Jahr wiederholte Handlung des Im-Stehen-Früchterreis-Verschlingens erst der Sommer sich zusammensetzt; wie ich gleichzeitig Sommer erlebte und mich an ihn erinnerte, so die Wirklichkeit noch echter wurde. Sich aufklumpt. Nackte Füße auf kühlem Boden, vor dem Fensterviereck strahlender Sonnenschein, Linden- und Asphalt-Geruch; eine kleine Schüssel Früchterreis, kalt aus dem Kühlschrank in der Linken, in der Rechten ein Desserlöffel aus Edelstahl, der unverwechselbare Geschmack im Mund, die Sonne in den Augenwinkeln, die beginnende Gänsehaut auf den nackten Armen und Beinen, wegen der Kühle in der Küche drinnen.... Die Gier, die einen nach solchen Augenblicken suchen lässt; Augenblicken, die die Realität verdoppeln, verdreifachen, bestätigen. Wenn sich die Zeit klumpt...

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Und die Kreuzberger giert es in den Görlizer Park, zum (klumpen) picknicken. Ich liebe diese quellenden Menschen- Grill - und Rauchmassen, die alle explizit Sommer und Urlaub feiern, die brüllenden Kinder außenrum (zum Glück ja nicht meine). Die Nähe zueinander, die hier ganz selbstverständlich ist. Nicht zum Selbstzweck gesucht, sondern einfach, weil die Leute hier im Viertel den Park als ihren privaten Garten betrachten und jeder jeweils die Mit-Nutzung seines Gartens durch die vielen Gäste um ihn herum zumeist freundlich duldet. Ein Loesje-Plakat (so eine Art analog-digital Life-Blogger) sagt "Weniger Integrieren, mehr Zusammenleben". Recht hat's.

So und jetzt das Rezept: (unbedingt ausprobieren... das ist sooo fein...) Husliger Früchtereis:
1 Topf Milchreis kochen (aus ca 1 Haferl Rundkornreis und 2 Haferln Vollmilch und 1 Prise Salz) Wichtig: das dauert lang, so ca 20 Minuten, und benötigt sorgfältig rührende Pflege. Also immer geduldig, am kühlen Vorabend mit einem Buch neben dem Herd zu Werke gehen, dann machts sogar Spass... Milchreis ganz kalt werden lassen, nach Geschmack zuckern. 1 Becher Schlagsahne steif schlagen (vielleicht mit einem Sahnesteif drinnen... (Wow. was für ein Wort)) und unter den Reis heben.

Viele viele verschiedene Früchte - Erdbeeren, Süßkischen, Pfirsiche, Johannisbeeren, manchmal auch Himbeeren sinds bei der Husligen daheim immer gewesen - putzen / entsteinen / klein schnippeln.

Reis und Früchte Schichtweise is eine Glasschüssel füllen und möglichst eine Nacht lang richtig ordentlich kalt stellen.

Huslige -wieder daheim - spekuliert chinesisches

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Neben gekrauster Stirne über Fußballfans und glückseligem Weiher-Sulen(s), neben Rollerfahrens wie in Teenie-Zeiten, neben Geburtstagstorte und seltsamen Schnitzeln in Augsburg, neben einem Konzert Besuch bei Phonoboy im HippieCommerzParadies Tollwood, neben seltsamen verwandtschaftlichen Begegnungen der polnischen wie der bayerischen Art... kurz: neben vielem Heimat- und Erinnerungsschwelgens brachten diese Tage im Süden auch längst vergessen geglaubte philosophisch-politische Überlegungen aus Kindertagen zurück ins huslige Gemüt.


schirmchen

Eine besonders hartnäckige solche Frage spannte sich in Form eines Cocktail-Schirmchens urplötzlich über den Eisbecher meines lieben Freundes DJ Edward (und es war ein warmer Sommerabend mit großartigem Riesenmond im Junihimmel...)
Hat jemand schon mal - sorgfältig - ein solches Schirmchen zerlegt? Falls ja, wird er oder sie wissen, dass sich in diesen hübschen seidenpapierenen Eisverzierungen geheime Botschaften verstecken. Löst man die Röllchen, über die das filigrane Schirmchen am Zahnstocher verankert ist, zartfühlend ab, befreit sie von Kleber und Farbe, kommen darunter winzige graue Papierrollen zum Vorschein, die, wickelt man sie zu schmalen Streifen auf - oh Wunder - ganz mit chinesischen Schriftzeichen bedeckt sind.

Zeigt sich hier eine ganz erstaunlich ästhetische Form des Altpapier-Recyclings? Oder teilen uns gefangene Dissidenten, die in düsteren Kerkerzellen Spaßprodukte für den westlichen Gebrauch zusammenbasteln müssen, ihre geheimen Hilferufe mit? Als Ignorant in der chinesischen Schriftkunde muss es für Huslige leider bei Spekulationen darüber bleiben. Vielleicht weiß jemand dort draussen mehr?

Die Idee allerdings, dass jährlich tausende pappiger Eisbecher in westlicher Sommerfrische von ungelesenen Hilferufen aus dem Riesenreich gekrönt werden, mag mir nicht mehr aus dem Schädel gehen. Und selbst das kurzzeitige Wiederaufblühen einer unwichtigen Zeitungsmeldung (wie: "Fahrrad zu verkaufen"... "Suche nette Masseurin" oder ähnliches) als buntes Schirmchen, in Eierlikör fußend, spricht mich an.... Wer weiß?

PS: Das nette Barbie-Bild mit den Rollern habe ich auf diesem schönen Blog gefunden.

Huslige ist auf Urlaub in Bayern

Mal wieder, nicht wirklich Urlaub, eher Familiendienste. Aber immerhin. Sonnig, Menschen mit Deutschlandflaggen als Wickelrock (manchen dieser Bierbäuche sollte man stecken, dass Querstreifen fett machen...!). Sauberes, schniekes, strahlendes Minga. Wieso kann man nicht Berlin nach Bayern verlegen? das wäre doch schön so a la: ich arbeite in Minga und wohn in Kreuzberg - is ja bloß a halbe Stund mit der S1. ... Oder: Klar fahr ma des Wochenend aufn Herzogstand, letztens war ich an der krummen Lanke, war auch hübsch... usw.

ZUSATZ: Huslige hat in Bayern einen Geburtstagskuchen erhalten. ... Oh Kindheit!...: an dieser Torte habe ich mich schon mit sechs Jahren berauscht (im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie bei uns zu Haus immer schon recht alkoholisch ausfiel) Da die Torte inzwischen in mehrere Bäuche versenkt wurde, hier zumindest mein Versuch sie virtuell zu teilen - das Rezept habe ich dirket aus dem Produktionsprozess heraus transkribiert:

schwarzwälderSchwarzwälderkirschtorte

Boden:
4 Eier trennen
Ins Eigelb 4 Eßlöffel warmes Wasser und 100 ccm Zucker + 1 Vanillezuckerpackerl geben
Eiweiß schaumig schlagen.
Anschließend auch die Eigelbmasse schaumig rühren
300 ccm Mehl mit ½ - 1 Backpulver, 1 Prise Salz, 1 Teel Zimt und 4 Eßlöffel Rohkakao mischen. Zum Eigelb geben und sanft unterrühren.
Eischnee (noch zärtlicher) unterheben.
Springform (26cm) einfetten und mit Bröseln bestreuen, Teig hineinstreichen und bei 180 °C ca. 30-35 min. backen.

 

Füllung und Tortenbau:
1 Paket Sauerkischen (=Weichseln = Schattenmorellen) von 750 g – aufgetaut – aufkochen. Sobald sie kochen, eine Lösung aus ½ Kaffeehaferl Stärkemehl, 100 ccm Zucker, und großen Mengen Rums / oder Kirschwassers oder Kirschsaft hineinrühren, kurz mitkochen lassen, dann auskühlen lassen.
Biskuit abkühlen lassen, aus der Form nehmen und vorsichtig in 2 Deckel teilen.
½ Tafel (= 100g) Blockschokolade in grobe Raspel schneiden
3 Becher Sahne mit 3 Päckchen Sahnesteif sehr fest schlagen.
Unteren Kuchenboden auf eine Platte platzieren, mit der Kirschmasse (jetzt kalt) bedecken, etwa 1/3 der Sahne darauf verteilen. Oberen Boden mit Rum beträufeln und den Kuchen damit deckeln
Die Torte rundum zuerst mit der restlichen Sahne, dann mit der Schokolade bedecken.
Platte außenrum mit feuchtem Küchentuch reinigen. Torte mit Kuchenhaube abdecken und eine Nacht lang kühl stellen. Innerhalb von 2 Tagen aufessen, sonst einfrieren.
In Kürze hier ein paar Worte von Gast Schreiber Dj Edward...
Bis dorthin etwas Musik für die Warteschleife (Danke Dj Stefan)

One Million Drops ...

Vielleicht... Vielleicht kann ich - zumidest zeitweise - aufhören auf den Regen zu fluchen. Zum Beispiel, weil das bunte Karneval der Kulturen Treiben mich nicht sonderlich ärgern wird, nachdem Aufenthalt draussen nicht erwünscht und nicht erstrebt. (das K.d.K.-Plakat hätte übrigens auch noch ganz gut in den Lordi- und Andre Heller Artikel gepasst. Grenzwertig..)
Dann gibt die miese Wetterlage viel Gelegenheit zu absoluter Faulheit. Absolut im Sinne von: völlig bewegungslos, ohne Frischluft und in gebratenen Speck, Eier, Baked Beans und Toast-Düften schwelgend... oder mit flachgesessenem Popogefühl vor dem großartigen 60er Machwerk "1 Million Years BC" versackend (hübsch: Raquel Welsh flüchtet im Pelzbikini und mit ondulierter Stirnfransentolle vor einer 200-fach vergrößerten Eidechse, ergeht sich dabei in wüstesten Bluebox-Gesten...)

Rachel

Oder man liest ein bissl Augusten Burroghs, erkennt sich - halb amüsiert (Alltagsbeobachtungen, Spleens) - halb entsetzt (Trinkverhalten) wieder. Großartig: Magical Thinking, ein Kurzgeschichtenband. Zitat da draus: "he is the sweetest guy and he has absolutely no annoying attitude. On the other hand, he's difficult to work with because things like space distract him". ich kenne auch Menschen (Huslige leider eingeschlossen) die - zumindest manchmal - von so extravarganten Dingen wie der 3 oder gar 4-Dimensionalität des Alltagslebens überfordert werden können.

Aber trotzdem. Diese Form zu leben geht nur eine Woche, höchstens zwei gut, dann wirds der Husligen zu fad. Und zu kalt. gestern Nacht verbarachte Huslige aus purer Sturheit - starr und klamm gefroren - bis um halb vier im Club der Visionäre zu. Zähneklappernd. Das war vielleicht etwas doof, aber notwendig. Und sobald es irgendwie wieder hinhaut findet ihr mich ab 21.00 im Kiki Blofeld. Sommer nachholen.

Kiki Blofeld (früher auch mal Kiki Würfelt oder King Kameamea)
Köpenickerstr. 48/49
Kreuzberg

Bukolisches mit Zucker drauf - Kampf der Schafskälte

Einen fast Parka-Lewis-5000-Meilen-tauglichen Traum hatte ich heute Morgen, als ich mich zum dritten Mal in Folge wieder ins Bett geworfen hatte. Der Tag wollte nicht anfangen, trüb-grausliger Regen hielt mich unter der Decke, als ich mich auf eimal in süß bukolischer Verklärung unter einer Birke befand auf lindgrün sanften Hügeln. Ein Schäfer, eine Schäferin, Lämmchen und Schäferhunde. Weiße Flauschewolle, Blümchen, Bienchen. Heimliches Gefingere unter den Röcken der Schäferin, Feuchtigkeit in Lämmerlöckchen, Schäferhunde die hinterm Busch verschwinden.... usw. Der Traum beginnt auszuarten... (man kann das hier jetzt nicht so in der Öffentlichkeit schildern) ... Ein Wolf aus nahegelegenen düsteren Wäldern kommt ins Spiel... Puh. Bald später aufgewacht.

Daraus spricht wohl eindeutig - sagt Huslige als Hobby-Psychologe - der dringende Wunsch nach Frühstück und Sonnenschein... mit folgendem Frühstück kommt man allerdings sogar durch die böse verregnete ganz und gar nicht Frühlingshafte Schafskälte:

Kaiserschmarrn

2 Esslöffel Sultaninen in Rum einlegen -bestenfalls über Nacht. 3-4 Eier trennen; Eiweiß steif schlagen; die Eigelbe zusamen mit 1 kanppen Tasse Mehl und 1 Tasse Milch (250 ml) mit dem Rührgerät schaumig schlagen; 1 Prise Salz,
2 Esslöffel Zucker zugeben, 2 ordentliche Esslöffel Butter schmelzen und unter den Teig rühren, zuletzt den Eischnee und die Sultaninen unterheben.
In eine Pfanne mit heißer Butter und/oder etw. Pflanzenöl etw. eine 1 cm dicke Teigschicht backen lassen, sobald alles gestockt ist, in große Stücke rupfen, selbige umdrehen und fertig backen; dick mit Puderzucker bestreuen und gleich aufessen. Super mit Apfelmus. Nobelversion: mit Erdbeeren und Sahne.

World in Pictures

Am Do., 25.5., sind Forced Entertainment mit der Premiere ihres neuen Stücks "World in Pictures" in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen. (vgl. Rehearsal Weblog von Gründungsmitglied Tim Etchells) Das lohnt sich liebe Leute! Wo sonst bekommt man die Geschichte des Geschichten Erzählens in 2 Stunden kulinarisch wertvoll und mit viel Rauch, Theaterschnee, lauter Musik und buntem Licht nahe gebracht. I gfrei mi!!!

Und morgen, Dienstag abend im HAU 1 zeigt Tamer Yigit (vgl. taz) seinen neuen Film Selda, dies zum ersten und einzig absehbaren Mal in diesen Breiten. Auf auf, die Kultur ruft.

Der große Preis im Welttheater an Club 49

des is a so a Sach..... mit dem Grandprix. Ich brauche ja wohl nicht zu betonen, dass Huslige dieses Spektakel nur unfreiwillig, aus Langeweile, Verfügbarkeit und einer gewissen Gruppendynamik heraus angesehen hat (räusper). Zum Glück nicht in voller Länge, es gibts ja gottseidank genügend Kneipen hier am Kiez wo man die Zeit sinnvoller erschlagen kann.

Nichts desto weniger möchte ich anmerken, dass mir der Auftritt der als Trolle verkleideten Finnen SEHR zugesagt hat (weichgespülter Troll-Metall? Finntrolls Cousins aus dem Mädchenpenisonat? oder so). Die Letten mochte ich ebenfalls, die weißen Anzüge, ihr Comedian Hramonists-Geschmachte und das Beat-Boxing waren eine durchaus gewagte Kombination. Ich hoffe dass eine der beiden Gruppen gewonnen hat, habe aber keine Lust, das nachzuprüfen.

Ungeschlagen allerdings war mein Eindruck von den Delphinen in der Eröffnungsshow: Man stelle sich eine barocke Welttheater-Kulisse vor, mit Sonne, Wolken, Meer: Tänzer in Ganzkörper-Delphin-Kostümen aus denen nur silbern geschminkte Beine hervorsahen, rollten in energetischen Puzelbäumen durch blaubetuchte Tänzerinnen, die vermutlich das Wasser vorstellen sollten. Großartig.
Lordi

Später besuchte Huslige - erschlagen vom TVTrash - den Kieztrash und schlug im Club 49 auf, wo "Die Königinnen des Indiepop sich die Ehre gaben". Hübsche junge Damen aus Bayern mit silbernen Debutantinnen-Kronen am Mixer, viel schöner alter Pop, Soul, Rockabilly und so, angenehm war das. Club 49 sieht übrigens, wie eine Mittrinkerin trefflich bemerkte, aus wie das Set für einen "Film von solche Studenten aus der Filmhochschul".
Die Bar ist schon so Kreuzberg, dass man meint es wäre eine Inszenierung von Kreuzberg, alles gedoppelt und gedreifacht.

Club 49
Ohlauerstr. 49
10963 Kreuzberg

Huslige Bewunderung an den Barkeeper, der in der Enge seines Käfig-artigen Tresens den überblick über 30-50 feiernde Kiezbewohner und deren Konsum behält. Zum Kochen gelangte die Bar, als eine der beiden Indipopprinzessinnen "Billie Jean" von MICHAEL!!! auflegte. Das erinnerte Huslige wiederum an die sehr hübsche Inszenierung "Jacko Unbplugged" im HAU 3 von Barbara Weber, in der das Phänomen Jacko als Teil einer kruden Geschichte des schwarzen Pop erzählt wurde, mit viel Plüsch, politischem Wissen und Spass. Barbara Weber inszeniert übrigens auch fürs neue Haus der Münchner Kammerspiele - so zur Info für die Leser aus dem Süden - ihre Sachen sind auf jeden Fall sehenswert.

Afrika

Nach der Aufführung, in der es unter anderem um die eklige US-Tradition der Mistral Shows ging fuhr die Ubahn an der Prinzenstraße an der Plakatwerbung für AFRIKA! AFRIKA! von André Heller vorbei. Unter der Überschrift "Der Kontinent des Staunes" prangt das Gesicht eines Menschen "of colour" (nicht genauer zu definieren) mit einer Art Stammesbemalung und einem Flammenkreis ums Haupt. Oh. je. oh. je. Hat das Volk mal wieder eine Völkerschau gebraucht, hm? Ich muss schon sagen, das ist eine Nummer zu viel. Mir grausts.
PS.: Gut. huslige Neugier. ich hab doch nachgeschaut. Die Finnen haben tatschlich gewonnen. Ein Schlag in die Schnauze der Delphine würd ich meinen. Hihi.

Schlemmerecken: Frische Spargel, Neue Bohnen

Lustigerweise gibt es die aller- aller- aller-schönsten Spargel die ich in den letzten Tagen - ob hier in Berlin oder unten im Süden - bekommen habe, beim türkischen Supermarkt im Schlemmereck beim Schlesischen Tor.

Bild hier anschauen

Das Schlemmereck ist sowieso unverwechselbar und großartig. Im Bagdad gibts inzwischen Fritten mit Mayo oder sonstiger Sooooße zu 90ct - und, im Sommer - einen sogenannten "Familiengarten".
Das Schild "Runde Mini Pizza" weist in seinem schlichten Dadaismus und seinen leuchtenden Farben meinen Freunden den Weg, wenn sie mich zum ersten Mal zu Hause besuchen.
Und neben dem besten Spargel verkauft der türkische Supermarkt qualitätvolles Fleisch, viele Sorten Oliven und lustige Rasierseife. Kürzlich bin ich so etwa um 21.20 hungrig von der Arbeit nach Hause gegangen, der Supermarkt machte gerade zu. Auf meinen verzweifelten Gesichtsausdruck hin hat der liebe freundliche Metzger mich aber nach drinnen gebeten, mir ein sorgfältig dünn geklopftes Steak verkauft und mir zum Steak noch eine Tüte Champignons geschenkt, weil er meinte, die wären doch lecker dazu...
Aus der Bäckerei nebenan riecht es immer seltsam nach Backpulver, verbrannten Nüssen und heißem Zucker, ein Geruch der mich täglich heim begleitet - 24 Stunden am Tag kann man wackere Bäcker mehr oder minder leckere Brötchen, Kekse, Kuchen, Fladenbrote, Sesamkringel herstellen sehen. Hungrige Partygänger futtern nachts um 3 draussen Tüten mit gemischtem Kleingebäck leer....
Aber zurück zum Spargel: Wenn ich Geld und Hunger habe gibt es Stangenspargel mit in Butter angerösteten Semmeln-Bröseln und Gartenkresse (so das Rezept meines Papas). Wenn es aber - so wie heute, nach einer Woche kostspieligen Münchenaufenthalts, nur für 4-5 Stangen reicht, hält meine Küche noch
Eine! einzige! weiter akzeptierte Spargel-Variante bereit:

Lauwarmer Spargel-Tomatensalat

Spargel in Essig-Zucker-Salz wasser bißfest kochen; inzwischen 1 Löffel Dijon Senf, ganz wenig geriebenen Knoblauch, ordentlich milden Weißweinessig, 1 Prise Zucker, Salz, Pfeffer und 1 Löffel Olivenöl zu einer Vinaigrette verrühren, diese mit 2 El Spargel-Kochwassser verdünnen. 3 Tomaten in Würfel schneiden und in der Soße versenken, den Spargel - noch heiß - in mundgerechte Stücke teilen und dazu geben, mit viel geschnittener Gartenkresse garnieren.

Schön dass der Frühling da ist, oder? Das sollte man danach dann noch ein Stünderl feiern gehen...
ach ja. Gestern Nacht um 1 z.B. trank Huslige glücklich in milder Luft ein (echtes!) Radler aus Zitronenlimo (nicht Sprite) und Augustiner Hell (nicht Becks) im Freien. (dies im Valentin; vgl unten)... Da das aber noch nicht jede Nacht geht und daher der Club der Visionäre noch nicht hundertprozentig empfohlen werden kann: Besucht das Neue Bohnen. Seit einem Jahr erfreut sich Huslige dort des guten Gin Tonics, des interssanten Einrichtungsgeschmacks, der netten Betreiber und der hervorragenden Musik. Ehrlich empfehlenswert. (...und Augustiner gibts dort auch; ...wo allerdings nicht mehr..)

Neue Bohnen
Schlesische Str. 28

10997 Berlin

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